Dan steht vor einer Entscheidung. Mehrere Wege liegen vor ihm, und er muss wählen, welchen er einschlägt. Diese Wahl wird den weiteren Weg prägen. Wenn ich sage, dass er steht, dann meine ich das wörtlich: Dan steht auf den Pedalen seines Mountainbikes. Mit rasanter Geschwindigkeit biegt er in ein Waldstück ein. Es ist ein lichter Lärchenwald und vor ihm liegen Wurzeln quer über den Trail. Es hat Grosse und Kleine. Rechts ist eine Hanglage von dem kupierten Gelände, dass er durchfährt. Links zieht sich eine schmale Linie wie eine Regenrinne parallel zum Hang.

Ich kenne diese Stelle. Einen Augenblick zuvor bin ich selbst darüber gefahren, als Dan zu mir aufschliesst und sagt: «In diesem Abschnitt hatte ich zu viele Optionen. Ich habe zu lange überlegt und war dann immer zu spät. Ich war nur am Reagieren, musste ständig ausgleichen und schliesslich sogar mit dem Fuss das Gleichgewicht halten.»

Was hat diese Kurzgeschichte mit deiner Laufbahn zu tun? Welche der folgenden Personen könntest du sein?

Entscheidungsfindung und Handlungsfähigkeit
Kathrin hat mehrere Optionen zur Verfügung und kann sich nicht entscheiden. Diese Vielzahl an Möglichkeiten lähmt sie. Sie überlegt lange und verpasst dadurch den richtigen Zeitpunkt. Wenn sie sich schliesslich entscheidet, ist die gewünschte Option nicht mehr verfügbar. Das passiert ihr bereits mehrmals.

Unsicherheit
Laras Alltag war längere Zeit von Unsicherheit geprägt, weil er Entscheidungen hinausgezögert hat. Sobald er sich seine Optionen ausmalt, stellt sich Verunsicherung ein. Alles liegt in der Zukunft und nichts ist greifbar. Dieses Gefühl kann ihn regelrecht durchschütteln.

Proaktives Gestalten
Sven beschreibt sich selbst als entscheidungsfreudig. Wäre er der Mountainbiker, würde er schnell handeln. Doch nach der Entscheidung verwirren ihn die äusseren Umstände (z. B. Wurzeln). Er hatte gehofft, mit der Entscheidung Ruhe zu finden. Dabei vergass er, dass das Leben proaktives Handeln verlangt: aktiv auf den Pedalen stehen und das Ziel im Blick behalten.

Freiheitsdrang
Mara liebt ihre Freiheiten und möchte sich nicht einschränken. Sie will am liebsten alle Optionen offenlassen. Das kostet sie viel Kraft, weil sie ständig ausgleichen muss. In einem Gespräch gesteht sie, dass ihr manchmal der Atem fehlt.

Entwicklungsprozesse
Pat regt sich darüber auf, dass ihn seine Entscheidung weiterhin negativ herausfordert. Er war überzeugt, gut vorbereitet zu sein, und meinte, mit seinen Fähigkeiten müsse alles reibungslos laufen. Doch die Unebenheiten werfen ihn aus dem Tritt. In seiner Arroganz übersieht er, dass der Weg ein Lernfeld ist und nicht nur aus Nichtigkeiten besteht.

Resilienz
Dan aus der Eingangsgeschichte sagte: «Hätte ich gleich die erste Option gewählt, wäre die Denkarbeit erledigt gewesen und ich hätte mich voll auf diesen Weg konzentrieren können.» Unser Gehirn reagiert auf Stress, indem es in einen erhöhten Aktivitätszustand geht und nach Lösungen sucht. Ist kein Ruhezustand erkennbar, verbleibt es in diesem Zustand und dieser Stress kann überfordern. Kannst du eine Lösung erkennen, kehrt Ruhe und Gelassenheit ein. Das ist Resilienz.

Hast du dich mit dem Thema auseinander gesetzt? Ich freue mich über ein Statement von dir.